Jan Böhmermann erwirkt Einstweilige Verfügung gegen pro Deutschland

boehmiFoto: CC-Lizenz, Jonas Rogowski

Jan Böhmermann hat beim Landgericht Berlin eine Einstweilige Verfügung gegen die Bürgerbewegung pro Deutschland erwirkt (AZ.: 27 O 211/17). Damit lässt er uns die weitere Verbreitung eines T-Shirts mit seinem Abbild und der Losung „Der ist lustig. Den töte ich zum Schluss.“ sowie der Unterschrift „Recep Tayyip Erdogan“ verbieten. Dazu erklärt der Vorsitzende der Bürgerbewegung pro Deutschland, Manfred Rouhs:

„Das Ausscheiden von Harald Schmidt aus dem deutschen Humorbetrieb hat leider eine Lücke hinterlassen, die nicht gefüllt werden konnte. Böhmermann ist jederzeit gerne bereit, derbe Witze auf Kosten anderer zu machen. Nimmt man ihn aber selbst einmal kräftig auf’s Korn, dann reagiert er dünnhäutig – und humorlos.

Kennengelernt habe ich ihn im Sommer 2014. Da brachte er immerhin mit Palina Rojinski etwas Glanz in mein tristes Büro – um mit mir ‚Nazi Bingo‘ zu spielen. Er selbst war dabei allerdings eher unfreiwillig komisch. Das kommentierte damals sogar der ‚Spiegel‘ für Böhmermann sehr nachteilig: ‚Doch ach, so richtig flott ist das nicht, der nachträgliche Schnitt muss nachhelfen, wo den satirischen Anklägern in der direkten Konfrontation der Atem ausgegangen ist.‘ (Quelle)

In rechtlicher Hinsicht würde mich eine Auseinandersetzung um die Frage, wie hart man einen Fernsehclown rannehmen darf, durchaus reizen. Darauf verzichte ich nur, weil es schade ums dabei möglicherweise verloren gehende Geld für den Rechtsstreit wäre. Wir haben deshalb heute das streitgegenständliche T-Shirt von unserer Internetseite gelöscht.“

Den Streitwert hatten Böhmermanns Anwälte großzügig mit 50.000 Euro veranschlagt. Das Landgericht Berlin setzte ihn aber auf 30.000 Euro herab.