Politisch korrekte Eskapaden des BDKJ

BDKJSorge um das Seelenheil der Menschen oder auch katholische Mission weltweit sind etwas für verknöcherte „Ewiggestrige“, so wird offenbar in den Reihen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gedacht. Lieber inszeniert sich der BDKJ als gutmenschlich-sozialrevolutionär, um sich mit linken Ideologen, also den Feinden des Christentums, gemein zu machen. Und stets ist es wie in der gesamten Sozialindustrie eine wichtige Frage, möglichst viel an Steuergeldern abzugreifen.

Zwei aktuellere Kampagnen des BDKJ verdienen eine nähere Betrachtung, da sie exemplarisch für dessen verquastes Weltbild stehen. So gibt es zum einen die Aktion „Alle Christen glauben an Allah“, die in Kooperation mit dem vom türkischen Staat gelenkten Islam-Verband DITIB stattfindet. Es soll der Eindruck erweckt werden, der Allah des Koran und der dreifaltige Gott des Neuen Testaments seien ein und dieselbe Wesenheit. Eine solche Darstellung ist eine glatte Lüge, da u. a. ausdrücklich im Koran geschrieben steht, Allah habe gar keinen Sohn, womit die Anbetung, die Jesus Christus im Christentum erfährt, strikt abgelehnt wird.

Zum anderen spielt der BDKJ eine wesentliche Rolle bei der Kampagne „#gutmensch“, die zum letzten Monatswechsel vom Erzbistum Köln ausging und mit Kardinal-Erzbischof Rainer Maria Woelki einen prominenten Auftakt-Werbeträger hat. Woelki sprühte mit giftgrüner Kreide „#gutmensch“ auf seine Terrasse. Ziel des Spektakels soll es sein, den Begriff des Gutmenschen von seinem negativen Bedeutungsinhalt zu einem positiven zu wandeln. Dabei definiert sich Gutmensch als eine Person, die aus linksideologischer Perspektive „gute Taten“ vollbringt und sich dafür selbst beweihräuchert, so dass es Mitmenschen auf die Nerven geht. Im katholischen Sinne lässt sich hierbei schon von Scheinheiligkeit sprechen.

In der Vergangenheit fiel der BDKJ bereits unangenehm als Fürsprecher der linksradikalen „Amadeu Antonio Stiftung“ auf, die von der einstigen Stasi-Agentin Anetta Kahane geleitet wird. Ziel der Stiftung ist es, politisch alles, was keinen linksideologischen Stallgeruch besitzt, öffentlich zu verunglimpfen. Offenbar hat die inoffizielle Mitarbeiterin „Victoria“, so Kahanes Tarnname beim „DDR“-Geheimdienst, sehr sorgfältig von ihren Führungsoffizieren gelernt. Weshalb sich angebliche Katholiken für eine derartige politische Geisterbahn starkmachen, ist rational nicht zu erklären.

Im Dezember 2013 veröffentlichte der BDKJ seine Ergebnisse zu einer zuvor vom Vatikan angestoßenen Befragung von Katholiken zur Sexualmoral. Von knapp 10.000 Teilnehmern gaben rund 90 Prozent an, die katholische Sexualmoral habe für sie wenig bis gar keine Relevanz. Ganz im Geiste linker Agitation fordert der BDKJ, Priester mögen doch nun Homosexuellen-Paare segnen, was allerdings aufgrund biblischer Aussagen unter keinen Umständen realisierbar ist. Vergleichbar ist ein solches Unterfangen, als verlange man von einem praktizierenden Mohammedaner, er solle fortan die Werbetrommel rühren für den Verzehr von Alkohol und Schweinefleisch.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der BDKJ ein Baustein des berüchtigten linken Konzepts vom „Marsch durch die Institutionen“ ist. Das Naheliegende, nämlich beispielsweise die Aufgabe des Vereinsnamens und ein Aufgehen in der DKP-Organisation „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“, wird nicht vollzogen, weil eine Agenda innerer Zersetzung verfolgt wird. Beim BDKJ sieht man augenscheinlich größere Handlungsspielräume darin, binnen der globalen Gemeinschaft katholische Kirche Sand ins Getriebe zu schleudern, statt ohne Schafspelz für jedermann unmittelbar als neomarxistische Wölfe erkennbar zu sein. Der katholische Klerus wäre gut beraten, den BDKJ vor die Wahl zu stellen: Entweder ein ordentliches Glaubensleben wieder in den Fokus zu rücken oder der Entzug der kirchlichen Anerkennung.