Mehr Bürgerbewegung, weniger Partei

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Das umfassende politische Engagement der Bürgerbewegung pro Deutschland in Berlin hat sich bei der Wahl am 18. September nicht in Wählerstimmen umsetzen lassen. Selbst in unseren Schwerpunkt-Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf hat es nur für 1,7 bzw. 1,5 Prozent gereicht – obwohl wir dort in den letzten Monaten die meisten Haushalte mehrfach mit unserer Zeitung „pro Deutschland“ beliefert haben und hervorragend plakatiert waren.

Unser Wahlergebnis steht im schroffen Gegensatz zum großen Maß an Zustimmung, das wir im Wahlkampf aus der Bevölkerung erfahren haben. Viele Berliner zeigten großes Interesse an pro Deutschland. Unser Bekanntheitsgrad in der Hauptstadt ist hoch. Frauen und Männer jeden Alters haben uns demonstrativ auf die Schulter geklopft – und dann AfD gewählt.

Dafür ausschlaggebend war die umfassende Präsenz der AfD in den überregionalen Medien. Angriffe von Politikern und Journalisten auf die AfD bestärkten offenbar Hunderttausende Berliner in ihrer Überzeugung, dem etablierten Politikbetrieb und insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel einen dicken, wohlverdienten Denkzettel am wirksamsten mit dem Wahlkreuz nirgendwo anders als gerade bei dieser Partei verpassen zu können. Und wie sich am Wahlabend anhand der betroffenen Gesichter bei Politikern und Medienmachern zeigte, ist dieses Kalkül durchaus aufgegangen. Dem gegenüber traten alle programmatischen Fragen in den Hintergrund.

Nach einem solchen Einschnitt kann pro Deutschland nicht einfach so weitermachen wie bisher.

Wir werden künftig mehr Bürgerbewegung sein und weniger Partei. Die publizistische Arbeit mit der Zeitung „pro Deutschland“, die sich auch in Berlin im Gespräch mit den Bürgern wieder als Erfolgsmodell bewiesen hat, wie auch im Internet rückt in den Vordergrund. Dagegen werden wir im kommenden Jahr weder bei den drei anstehenden Landtagswahlen kandidieren, noch bei der Bundestagswahl.

Den Wunsch der AfD-Führung, mit uns nicht zusammenarbeiten zu wollen, bewerten wir als schwerwiegenden politischen Fehler – aber wir akzeptieren ihn. Die AfD wird erleben, daß – anhaltende Wahlerfolge vorausgesetzt – das Maß ihrer öffentlichen Verfemung mindestens genauso groß sein wird wie die Qualität der Ausgrenzung, die wir bereits seit Jahren erfahren.

Unser Ziel ist es, den Interessen Deutschlands bestmöglich zu dienen und dabei persönliche Interessen zurückzustellen. Daran halten wir gerade jetzt, wo eine unverantwortlich handelnde politische Klasse unter starken öffentlichen Druck geraten ist, verbindlich fest!