Von Berlin aus in den „heiligen Krieg“

Berlin ist Spitze: Von sieben aus Deutschland stammenden Kämpfern des „Islamischen Staates“ kommt immer einer aus der deutschen Hauptstadt. Foto: Selbstdarstellungs-Video des IS

Berlin ist Spitze: Von sieben aus Deutschland stammenden Kämpfern des „Islamischen Staates“ kommt immer einer aus der deutschen Hauptstadt. Foto: Selbstdarstellungs-Video des IS

Berlin entwickelt sich immer mehr zu einer Hochburg der Salafisten. Der Innensenator hat im Januar dazu offizielle Zahlen bekannt gegeben. Demnach leben in Berlin 680 Salafisten, von denen 360 gewaltbereit sein sollen. Vor fünf Jahren waren es den Angaben zufolge noch 350, von denen 100 als gewaltbereit galten.

Salafisten sind radikale Islamisten, die eine islamische Ur-Gesellschaft wie zu Zeiten Mohammeds anstreben. Sie nehmen jede Zeile des Koran wörtlich, also z.B. auch diejenigen Suren, die zur Ermordung von Juden und Christen aufrufen.

Berliner Salafisten haben rund 100 bewaffnete Kämpfer in den Nahen Osten geschickt. Davon sind 12 bei Kampfhandlungen getötet worden und 50 nach Berlin zurückgekehrt. Die übrigen nehmen nach wie vor am „heiligen Krieg“ in Syrien und dem Irak teil.

Bundesweit sind insgesamt rund 700 Personen zum Kampf für den Islamischen Staat (IS) ausgereist. Das heißt: Jeder siebte aus Deutschland stammende terroristische Kämpfer für den IS kommt aus Berlin.

Die „Rückkehrer“ gelten als gefährlich. Viele von ihnen sind im Umgang mit automatischen Waffen und mit Sprengstoff geschult. Zudem haben sie im Krieg gelernt, den Wert menschlichen Lebens gering zu schätzen. Ihnen ist deshalb grundsätzlich auch die Durchführung von Terroranschlägen in Berlin zuzutrauen.

Ein Sprecher der Berliner Innenverwaltung sagt laut Presseberichten dazu etwas sperrig: „Die sicherheits- wie gesellschaftspolitische Herausforderung der rapiden Zunahme dschihadistisch-salafistischer Radikalisierungen in Deutschland erfordert verstärkte Ansätze der Prävention und der Intervention. Aufgrund der Intervention des Deradikalisierungsnetzwerkes konnten bereits positive Stabilisierungen und Distanzierungen erreicht werden.“

Manfred Rouhs, Vorsitzender der Bürgerbewegung pro Deutschland, sagt dagegen:

„Die Innenverwaltung ist naiv. Die Strukturen radikaler, gewaltbereiter Islamisten in Berlin müssen verboten und aufgelöst werden. Alleine mit ‚Deradikalisierungsnetzwerken‘ kommen wir nicht weiter. Warum sollten Rückkehrer aus dem ‚heiligen Krieg‘ ehrlich sein zu Menschen, die sie in die Gesellschaft der ‚Ungläubigen‘ integrieren wollen?

Radikal-islamistische Ausländer – das sind in Berlin derzeit mindestens mehrere hundert Personen – sollten ausgewiesen werden. Wir brauchen keine Zuwanderung in den dschihadistischen Untergrund!

Radikal-islamistische Deutsche müssen strikt nach Recht und Gesetz behandelt und überwacht werden. Es gilt, bei diesem Personenkreis die bestehenden Vorschriften des Strafrechts konsequent anzuwenden!“